Venedig ist Wasser geprägt…!?
Nein. Wasser und Venedig sind Eins! Wenn man am Flughafen ankommt, kann man sich ruhig noch einmal den Parkplatz ansehen, denn es wird von dort an das letzte Mal sein, dass man ein Auto erblickt. Bereits die Reise zur Stadt macht nämlich klar, dass Vier- und auch Zweiräder in Venedig keinerlei Rolle spielen, denn es stehen lediglich drei Boot-Varianten zur Wahl: Mit einem öffentlichen Verkehrsmittel (ca. 7,50 Euro pro Fahrt), mit einem Taxi (ca. 60 Euro) oder kostenlos mit einem vereinbarten Hotel-Shuttle. So wird bereits die Fahrt zum Hotel zu einem spannenden Erlebnis, wenn der Shuttle nicht überfüllt ist.
Wenn man mit dem Auto anreist, werden man schon frühzeitig zu einem großen Parkplatz geleitet, ehe man ins Boot wechselt. Einzig der Hauptbahnhof gelangt in das Stadtzentrum – ansonsten gibt es nur schmale Kanäle & Fußgängerzonen sowie herrlich viele historische Häuser.
Venedig ist dreckig & überfüllt…!?
Nein. Die Stadtverwaltung hat vor Jahren offensichtlich konsequent durchgegriffen, denn uns ist in den Tagen überhaupt keine unangenehme Ansammlung von Müll mehr aufgefallen. Auch der Gestank früherer Tage wabert glücklicherweise nicht über der Stadt, sodass man den einzigartigen Charme dieser Perle ungestört genießen kann.
Da Venedig zahlreiche Gassen bietet, verlaufen sich zudem selbst im Hochsommer die Touristenmassen recht homogen. Nur an kleinen Hotspots wie der Rialto-Brücke kann es eng werden.
Eine Ausnahme zu dieser Situation gibt es aber: Wenn morgens schlechtes Wetter gemeldet ist, strömen zahlreiche Strandtouristen aus dem Umfeld in den Stadtkern. Ansonsten verläuft sich alles sehr homogen, wobei…
…der Markusplatz als Zuschauermagnet eine Besonderheit darstellt. Er ist meist sehr gut besucht, aber da er 175 m lang und bis zu 82 m ist, verteilt sich das auch hier alles gut. Übrigens ist er der einzige Platz der Stadt, der die Bezeichnung piazza trägt.
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Venedig ist teuer…!?
Jein. Es gibt zwar üble Touristenfallen, aber verglichen mit Rom auch preislich sehr moderate Cafés und Restaurants, je mehr man sich von den einschlägigen touristischen Attraktionen entfernt. Hier kostet ein Aperol Spritz (fast schon ein Nationalgetränk) auch schon mal nur 4 Euro.
Ein gänzlich anderes Bild allerdings beim Markusplatz, denn hier wird sogar mit fiesen Tricks gearbeitet. So kommt der Kellner sofort zur Sache und fragt nach dem Getränkewunsch. Tipp: IMMER nach der Karte fragen, denn nur so stellt man fest, dass ein Glas Cola bis zu 9,50 Euro kostet! Am Markusplatz gibt es außerdem große Restaurants, wo – hörenswerte – Live-Musik geboten wird. Manche Kellner weisen vor der Bestellung darauf hin, dass man dafür 6 Euro Konzertzuschlag zu zahlen hat, andere hingegen setzen das frecherweise voraus. Wenn man es weiß und abends lange sitzen möchte, ist der Betrag aber durchaus gut investiertes Geld, denn die Ensembles spielen allesamt sehr gut.
Apropos Gastronomie: Selbst hochwertige Restaurants bieten teilweise nur wenige Unisex-Toiletten an, deren Reinigung nicht wirklich im Stundentakt vorgenommen wird. Während Männer zumindest beim kleinen Geschäft damit keine Probleme haben dürften, wird für die Damen der Toilettengang schnell zu einem unappetitlichen Abenteuer – ohne näher ins Detail zu gehen. Wichtig daher: REINIGUNGSTÜCHER MITNEHMEN!
Eine Gondelfahrt ist kitschig…!?
Ja, und das ist auch gut so! Die Gondelfahrt durch die Kanäle Venedigs ist weltweit einmalig und unglaublich romantisch. Die Ruhe in den Seitengassen schafft eine Intensität, der man sich einfach nicht entziehen kann – eine absolute Pflichtveranstaltung also…
…die allerdings ihren Preis hat: Die Preisspanne reicht von kurzer (ca. 30 Minuten, 80 Euro), über mittlere (ca. 45 Minuten, 120 Euro) bis hin zu langen Route (mindestens 1 Stunde, 160 Euro). Bis zu vier Personen passen auf eine Gondel. Neben den Impressionen gibt es noch so manchen stolzen Gondoliere, der viel zu erzählen hat und seinen Job liebt („This is my office“). Wir werden daher gerne zum Wiederholungstäter!
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Fazit
Die positiven Klischees wurden bei unserem Besuch alle bestätigt. Venedig ist ein einmaliges Gesamtkunstwerk, was man in jedem Winkel auch als solches wahrnimmt. Also unbedingt Zeit nehmen und sich dem Rhythmus der Stadt anpassen, um diese besondere Energie aufzusaugen – es macht süchtig.
Tipp
Venedig ist im Winter viel ruhiger, auch sehr romantisch und wesentlich günstiger.
